Stammtisch Januar 2026 – Ein Boxdorfer in Japan

Wenn ein Boxdorfer die große, weite Welt sucht. Vor 15 Jahren ging Sascha K. nach Japan. Lebte dort, gründete eine Familie, schloss Freundschaften und integrierte sich in die japanische Gesellschaft. Dort erzählte er viel über Deutschland und unsere Kultur. Nun ist er wieder in der alten Heimat und berichtet über Japan und seine Kultur hier. Gestern Abend hat er zu unserem Stammtisch seine Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke aus dieser Zeit übermittelt. Zum Abschluss gab es Sushi und eine Demonstration, wie man diese Röllchen richtig “verputzt”. Danke für einen spannenden, lehrreichen und unterhaltsamen Abend.

Hier der Artikel aus dem Gemeindeboten, geschrieben von Sascha K.:

 

一期一会 (ichi-go, ichi-e) – Jede Begegnung ist einmalig.

Zur Vorbereitung meines Vortrags über meine Zeit in Japan beim Heimatverein Boxdorf stöberte ich durch hunderte, ja tausende von Fotos. Ich stieß auf einen unermesslichen Schatz von Erinnerungen – an unvergessliche Erlebnisse, fantastische Orte, wunderbare Menschen.

Und das japanische Sprichwort tauchte klar und deutlich in meinem Herzen auf: Ichi-go, ichi-e. Jede Begegnung geschieht nur ein einziges Mal, und jedes Erlebnis ist unwiederholbar, eine einzigartige Kombination von Geschehnissen, Gefühlen und Erfahrungen, die nie wieder so passieren wird.

Da war z.B. Toshi, den ich am Strand der „Steinwellen“ in einer sternenklaren Augustnacht am Lagerfeuer traf und mit dem ich später auf einen unvergesslichen Surftrip auf die Insel Tanegashima fuhr. Da war Shinko, der in seiner Mönchsrobe plötzlich zur Grillparty kam und der mein bester Freund wurde. Da waren Olli und Björn, mit denen ich mich einmal pro Monat zum Skatabend traf. Da war Ribeka, die mit ihrer unwiderstehlichen Art mein Herz gewann. Und da war dieses Baby, das 30 Minuten nach seiner Geburt auf meinem Bauch lag und für immer mein Leben veränderte. 

Da war auch diese Truppe von Freiwilligen, die nach dem großen Erdbeben und Tsunami 2011 ohne Pause 1800 km mit dem Lastwagen ins Katastrophengebiet fuhr um zu helfen. Und die zahllosen anderen Erlebnisse und Begegnungen, die mich zu dem gemacht haben, was ich jetzt bin.

Und nun bin ich wieder in meiner alten Heimat, und das Abenteuer „Mensch-Sein“ geht weiter – mit neuen Erlebnissen, an neuen Orten, und mit neuen Begegnungen.

 

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