Absage – Winteraustreiben in Boxdorf

Leider muss die Veranstaltung abgesagt werden.

Der Erlass des Gesundheitsministeriums des Freistaates Sachsen und die Richtlinie zur Bewertung von Veranstaltungen vom Robert-Koch-Institut lassen leider keine andere Entscheidung zu. Im nächsten Jahr werden wir die Veranstaltung wieder in Angriff nehmen.

Bleiben Sie gesund!

 

Mit dem Beginn der hellen Tage werden seit jeher Feste gefeiert und Bräuche begangen, um sich so von den kalten Monaten zu verabschieden. Früher sehnten die Menschen das Ende der langen und dunklen Wintermonate herbei. Denn: Während des Winters ruhte die Vegetation, es gab zuweilen sehr wenig sowie eintönig zu essen und man musste mit den Vorräten zurechtkommen. Oft brachte die vierte Jahreszeit also auch Leid und Entbehrung mit sich.

Bis heute ist nicht geklärt, worin die Traditionen und Rituale des Winteraustreibens ihren Ursprung haben. Denkbar ist eine Verbindung von heidnischen Frühlingsbräuchen mit christlichen Feiertagen. Die Feste, die von Region zu Region auf unterschiedliche Weise begangen werden, finden meist im Februar oder März statt und sind zudem mit der Fastenzeit verwoben. Den Bräuchen gemein ist die Rolle des Feuers, das seit jeher eine elementare Bedeutung hat: Es spendet Licht und Wärme, auf symbolische Weise vertreibt es böse Geister und steht im Christentum auch für die Auferstehung Jesu.

Hier in Boxdorf wurde zu Laetare (4. Fastensonntag, 3 Wochen vor Ostern) ursprünglich eine Strohfigur symbolisch für den Winter auf den „Todswiesen“ verbrannt. Ein Umzug vom Dorfplatz zu diesen Totwiesen gehörte genauso wie entsprechende Tänze um das Feuer zur Tradition. Laufgruppen in bunten Trachten und Masken läuten mit Glocken oder schütteln ihre Rasseln, um den bösen Wintergeistern mit großem Lärm den Garaus zu machen. Am Ende dieser Prozession wird der personifizierte Winter in Form einer Strohpuppe aus dem Dorf getragen. An der Feuerstelle folgt eine Rangelei mit Zwiegespräch zwischen Sommer und Winter. Unter Jubel und ordentlich Krach wird nach dem Sieg des Sommers der Winter verbrannt. Das Licht des Feuers und folglich die Sonne haben den Winter besiegt. Die Schwelle zum Frühling ist überschritten, und so können sich alle auf die lichten Tage und das Erwachen der Natur einstimmen.

Nachdem uns einige junge Boxdorfer, die auf einem Vortrag von diesem Brauch in unserem Ort hörten, ansprachen, haben wir Informationen gesammelt und wollen nun diesen Brauch mit einem kleinen Fest neu beleben.

Wann: 21. März 2020, ab 18:30 Uhr

Wo: Treff an der Turnhalle Boxdorf, Feier an der Mühle

20:00 Uhr Feuershow

Wir treffen uns um 18:30 Uhr an der Turnhalle, wo Kinder ihre Lampions oder Fackeln entzünden können (einige wenige stellen wir bereit). Bringt bitte ordentlich was zum Krachmachen mit. Glocken, Rasseln, Trommeln, Hölzer, etc. Dieses Lärmen wird hier ZIMPERN genannt. Gemeinsam mit dem Winter, dem Sommer und der Strohpuppe laufen wir dann zur Mühle hinauf. Hier gibt es dann das Streitgespräch zwischen Sommer und Winter. Wenn der Sommer gewonnen hat, wird der Winter (Strohpuppe) unter viel Lärm und Getöse ins Feuer geworfen. Wer möchte, kann kleinere Strohpuppen selbst basteln, mitbringen und verbrennen. So gegen 20 Uhr haben wir dann als besonderes Highlight eine schöne Feuershow (wie 2017 zum großen Dorfjubiläum) vorbereitet.

Essen und Getränke stehen bereit, um beim gemütlichen Feuer den Winter zu verabschieden. Wer noch Informationen oder Anregungen hat, melde sich bitte direkt an uns oder über das Kontaktformular unserer Internetseite.

Ihr Heimatverein Boxdorf e.V.

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