Weihnachten 2021

 

Frohe Weihnachten?

Nun ist wieder ein Jahr mit vielen Einschränkungen vergangen. Immerhin konnten wir im September unseren Denkmal- und Mühlentag feiern. Ein paar Stammtische im Sommer, eine Putzaktion an der Mühle und eine Sägeaktion an der Lindenhofwiese, mehr war leider nicht möglich. Gern hätten wir auch unsere anderen Veranstaltungen genutzt, ein funktionierendes Gemeinwesen aufrecht zu erhalten. Leider hat uns wieder die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gezogen. 

So haben wir uns anderweitig beschäftigt. Die Außenanlage ist wieder ordentlich. Die Sitzgelegenheiten wurden aufgearbeitet oder erneuert. Das Museum hat weiter Fortschritte gemacht. Wir haben uns mit vielen Experten beraten können, die Hilfestellungen zum Umgang mit den Exponaten und der Präsentation gaben. Jetzt sind wir bei den Beschreibungen, den Beschriftungen und anderen Hinweisen. Hier ist noch viel Recherchearbeit zu leisten. Hoffen wir, dass im kommenden Jahr ein großer Schritt Richtung Fertigstellung und Ausstellungseröffnung gegangen werden kann. 

In diesem Jahr wurde auch eine Gebührenordnung für die Nutzung gemeindeeigener Liegenschaften verabschiedet. Wir haben an verschiedenen Stellen uns hierzu geäußert. Nicht nur, dass der Amtsschimmel es maßlos übertrieben hat – für eine Stunde Training an der Schülerbühne müssen mehrere Seiten Vertrag ausgedruckt und bestätigt werden, ein mehrfaches hin und her, und das für 50 Cent Mieteinnahmen, da ist sogar das Papier teurer – nein, es ist auch ordentlich Unsinn produziert worden. So sollten Räumlichkeiten vermietet werden, die gar nicht im Besitz der Gemeinde standen. Ein bissl haben wir schon korrigieren können, dennoch der Amtsschimmel hinkt weiter. Für das Außengelände fällt nun eine Gebühr von 366,- € an, pro Tag der Nutzung, also zusätzlich für Auf- und Abbau. Auch wenn wir 50% Ermäßigung erhalten, ist das zuviel. So mussten wir schon vor Corona den Advent absagen, da die Kosten schlichtweg zu hoch wurden. 

In der Gebührenordnung kann von der Zahlung befreit werden, wenn die Veranstaltung im öffentlichen Interesse liegt. Das hat man für Denkmal- und Mühlentag bejaht, für den Advent aber verneint. Eine Begründung wurde seitens der Gemeinde nicht genannt, somit bleibt die Entscheidung willkürlich. Hoffen wir, dass in der dringend erforderlichen Novellierung dieses unseligen Traktates eine Definition des öffentlichen Interesses aufgenommen wird. Eine einheitliche Regelung zur Vermietung gemeindeeigener Räume, wie von der Kommunalaufsicht angemahnt, kann auch anders erfolgen und muss nicht zum Erliegen ehrenamtlicher Tätigkeiten oder des eigentlich üppigen Vereinslebens in der Gemeinde führen. Hoffen wir auf Einsicht und Verständnis beim Gemeinderat und der Verwaltung.

Die getroffenen Regelungen führen auch dazu, dass die Zusammenarbeit an der Mühle nicht mehr funktioniert. Der Heimatverein konnte so nicht die Verantwortung übernehmen und es bestand Gefahr, das Mühlengelände zu verlassen. Wäre natürlich schade, gerade wegen der Arbeiten am Museum und der ganzen Renovierungen der letzten Zeit. Mittlerweile hat es Gespräche gegeben, die Hoffnung keimen lassen.  Noch aber gibt es nichts schriftliches. Der Heimatverein ist bereit Verantwortung zu übernehmen, aber auch nur im Rahmen des leistbaren. Das gilt selbstverständlich auch für die monetären Bedingungen. Wir können als gemeinnütziger Verein nicht zuviel durch Veranstaltungen oder andere Aktionen “verdienen”, um die Mietzahlungen aufzubringen, damit würden wir die Gemeinnützigkeit gefährden. Das alles haben wir dem Bürgermeister, der Verwaltung und dem Gemeinderat dargelegt. Hoffen wir auch hier auf Verständnis und Einsicht zu einer gütigen Regelung für alle. Niemand hat etwas davon, wenn die Mühle verwaist, die Vereine ihre Aktivitäten einstellen und die Mitglieder sich schmollend und frustriert zurückziehen. 

Leider sind dieses Jahr wieder einige Mitglieder verstorben. Wir gedenken ihrer und sie werden in unserer Erinnerung und den Geschichten weiterleben. Wir haben auch wieder neue Mitglieder gewonnen. So konnten wir unsere Mitgliederzahl stabil deutlich über 100 halten. Vielleicht kommen auch ganz neue Aktivitäten auf uns zu. Mal sehen. So unterstützen wir ein Theaterprojekt an der Mühle. Es wäre toll, wenn das zustande kommt. Aber vergessen wir nicht den Amtsschimmel. Einfach und leicht wird es nicht. 

Revue passierend war das Jahr sicher als eines der schwierigeren einzustufen. Dennoch konnten wir das ein oder andere umsetzen und haben auch endlich mal ein Projekt im Naturschutz aufgenommen. Die Planungen fürs kommende Jahr laufen. Auch hier gibt es Spannendes, vor allem aber unser Dorffest zum 780jährigen Jubiläum. Geplant ist das erste Septemberwochenende, vielleicht haben sich Omikron und seine Nachfolger bis dahin verzogen, irgendwann ist das griechische Alphabet ja auch einmal zu Ende. 

Also Frohe Weihnachten? Aber natürlich ja. Wir lassen uns von niemandem vergraulen. An der Mühle leuchtet in gewohnter Manier der Weihnachtsbaum und über allem thront der Herrnhuter Stern, weit sichtbar ins Dorf hinein. Wer spazieren geht erkennt auch die Weihnachtliche Dekoration in den Fenstern der Mühle. Hoffen wir, das wir alle gesund bleiben oder auch werden. Genießen wir die Zeit der Stille und der Besinnung. Wir wünschen allen Mitgliedern, Boxdorfern und Freunden eine fröhliche, friedliche und gesegnete Weihnachtszeit sowie ein glückliches, gesundes und ereignisreiches Neues Jahr! 

Euer Heimatverein

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