Schlagwort: Geselligkeit

  • 100 Jahre Hütte

    100 Jahre Hütte

    Was für ein tolles Fest. Und schon wieder müssen wir feststellen: die Boxdorfer lassen niemanden im Stich. Trotz ausbaufähigem Wetter kamen viele, um die Hütte entsprechend zu feiern. Zwei Tage Programm, für jeden war etwas dabei. Der Heimatverein beteiligte sich mit Auf- und Abbauhilfe, Geräte-, Zelt- und Pavillonausleihe, vor allem aber mit unserem Kaffee- und Kuchenbasar. Die Hütte lässt Bilder sprechen, diese findet Ihr hier.

    Unsere Lobrede auf 100 Jahre haben wir hier veröffentlicht. Überreicht wurde ein symbolischer Scheck.

    Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrter Herr Ortsvorsteher, liebe Gäste, vor allem aber liebe Freunde und Mitglieder der Hütte,

    100 Jahre Hütte ist schon eine ganz schöne Strecke. 100 Jahre sind jede Menge Erfahrungen, Geschichten und unvergessene Erlebnisse. Damit seid Ihr nun reif genug, um endlich in den Heimatverein einzutreten. Deshalb haben wir überall unsere Aufnahmeanträge für Euch ausgelegt.

    Nun werden sich sicherlich viele fragen: Jugendclub und Heimatverein, wie passt das zusammen? Einerseits die Hüter der Tradition, andererseits die Erfinder des Montagmorgen-Kopfschmerzes, einerseits die Alte-Fotos-Archivare, andererseits die Inhaber eines hämmernden Beat-Testgeländes?

    Die Antwort ist einfach, wir ergänzen uns prima:
    – Auch wir haben Montagmorgen-Kopfschmerzen
    – Auch Ihr stellt, wie man sieht, alte Fotos aus
    – Wir feiern einfach gern gemeinsam und helfen uns gegenseitig

    Und wenn wir uns die Altersgrenzen beim „Jugendclub“ anschauen, fühlen wir uns schon gar nicht mehr so alt. Der Abstand wird geringer. Auch im Heimatverein soll es Leute geben, die noch ohne Rollator vorwärtskommen.

    Eigentlich seid ihr ja eher schon bei fast 140 Jahren. Zunächst Wandern und abends Liedersingen am Lagerfeuer, als Naturfreunde sicherlich mit erfrischendem Wasser. Das mit dem Wandern war dann überbewertet, anstatt Liedersingen schallen heute mächtige Boxen und statt Wasser gibt es heute Drinks mit sonderbaren Namen. Einiges ist aber auch geblieben:

    • Wer als Letzter die Hütte verlässt, macht das Licht aus oder aber die Türe so leise zu, dass niemand geweckt wird.
    • Was in der Hütte passiert, bleibt in der Hütte, es sei denn der Heimatverein kriegt es mit, dann ist es Dorfgespräch
    • Wenn die Hütte feiert, feiert sie richtig und das ganze Dorf feiert mit. Womit wir dann wieder beim Montagmorgen-Kopfschmerz wären.

    Liebe Hütte, 100 Jahre sind eine stramme Leistung. Kriege, Währungsreformen, unzählige Bürgermeister und viele Liter Freibier habt Ihr überlebt. Davor ziehen wir unseren Hut. Wir jedenfalls sind dankbar für die tolle Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfeleistungen. Seid stolz auf Eure treuen Mitglieder, Ihr seid ein klasse Haufen.

    Lasst uns weiterhin darum kümmern, woher wir kommen, den Zusammenhalt aufrechterhalten und vor allem weiterhin gemeinsam feiern, damit die Jugend bei uns bleibt und die Gemeinschaft vor Ort gestärkt wird. Es ist uns ein Herzensanliegen, euch zu unterstützen, wo wir können und heute mit der symbolischen Scheckübergabe. Macht weiter so und ein tolles Fest wünschen wir Euch.

  • Busfahrt Breslau 2026

    Busfahrt Breslau 2026

    Jubiläumsfahrt des Heimatvereins Boxdorf nach Breslau:
    Von Luftnummern, Rasenmäher-Stadtführern
    und gepflegter Dekadenz an der Oder!

    Wenn der Heimatverein Boxdorf die Koffer packt, ist gewöhnlich nach einem Tag wieder Schluss. Doch zum 10. Jubiläum unserer traditionellen Vereinsfahrt sollte es etwas ganz Besonderes sein: Ein Dreitagesausflug ins wunderschöne Breslau!

    Am Freitagmorgen um 8 Uhr rollte der Bus am Alten Gasthof vor. Die Stimmung? Bestens. Der Fahrer? Absolute Spitzenklasse. Der Plan? Entspannt nach Polen gleiten. Doch schon beim ersten Zwischenstopp im Hirschberger Tal zeigte sich, dass eine Jubiläumsfahrt ohne ein kleines Abenteuer gar nicht schmecken würde.

    Auf der beeindruckenden alten Schlossanlage in Lomnitz -wirklich eine Reise wert- staunten wir nicht schlecht über den Mut und das Risiko der Eigentümerfamilie, die dieses Juwel wieder aufgebaut hat. Angefangen hat es mit dem Verkauf des Hochzeitsgeschirrs, um das Dach decken zu können. Mal ehrlich, wer bekommt für sein Hochzeitsgeschirr ein ganzes Dach? Aber gut, so ging es weiter: ständig am Abgrund, natürlich mit vielen Fördermitteln, dennoch mit viel persönlichem und riskanten Aufwand strahlte das gesamte Ensemble 30 Jahre später in nahezu altem Glanze. Kaum Geld, da kauft man noch die ganzen umliegenden Güter dazu, die früher Bestandteil des Gutes waren. Mit Gastronomie und dem Leinengeschäft lässt sich zusätzlich zum Tourismus eine Finanzierung aufbauen. Viele von uns schauten in die alte Leinenweberei, -tolle Stoffe, tolle Geschichte- die der Region so viel Reichtum brachte.

    Beim Blick auf unser Transportmittel staunten wir mindestens genauso: Dem Bus war schlichtweg die Puste ausgegangen – ein Reifen hatte spontan beschlossen, absolut keine Luft mehr zu halten. Fünf Stunden Wartezeit auf den Pannendienst! Ein Desaster? Wo denkt Ihr hin! Die Schlossgastronomie rieb sich freudig die Hände, die Sonne lachte vom Himmel und der Heimatverein tat das, was er am besten kann: er improvisierte. Bei herrlichstem Wetter nutzten wir die Zwangspause für ausgiebige kulinarische Studien und tranken uns die Wartezeit reichlich schön. Böse Zungen behaupteten später, einige hätten gehofft, der Mechaniker komme noch später.

    Gegen 21 Uhr erreichten wir schließlich Breslau. Das Hotelpersonal war fantastisch, hatte das Abendessen extra für uns zur fortgeschrittenen Abendstunde frisch zubereitet. Reichlich spät fürs Abendbrot und das in drei Gängen. Kein Problem, es gibt ja noch den Verdauerli. Mit der nötigen Bettschwere war erst einmal Erholung angesagt. So viel Aufregung, alles an einem Tag!

    Der Samstag begann klassisch: Erst eine geschmeidige Stadtrundfahrt mit dem Bus, dann der Fußmarsch durch das Jüdische Viertel, die Altstadt, vorbei am Rathaus, über den Marktplatz bis hin zur Dominsel. Unser Stadtführer legte dabei ein Wahnsinnstempo an den Tag! Er wollte sein gesammeltes Lebens- und Stadtwissen abladen und jagte uns so sportlich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, mit nicht enden wollenden Ausführungen, so dass uns bald die Zunge bis auf den Asphalt hing.

    Als nach etlichen Stunden Dauerlauf die ersten besorgniserregenden Anzeichen von chronischer „Unterhopfung“ in den Gesichtern der Vereinsmitglieder auftauchten, zog ein großer Teil der „Erkrankten“ die Notbremse: Abbruch der Führung; schnell die Symptome bekämpfen!  Auf eigene Faust sicherten wir uns das Überleben in den umliegenden Lokalen und löschten den akuten Durst. Einige Hartgesottene kämpften sich weiter durch die mehr als interessante Geschichte all der herrlichen Gebäude. Es war nur ein bissl viel auf einmal und die Sonne brannte unerbittlich.

    Zum Abendessen ging es in einen urigen, alten Gewölbekeller. Getränke gingen wegen der gestrigen Verzögerung auf das Reiseunternehmen. War natürlich nicht nötig, wir haben aber auch nicht nein gesagt. Nach einem traditionellen schlesischen Menü tauchten wir ein in das bunte Treiben der Stadt. Der riesige Marktplatz war voll von feiernden, gut gelaunten Menschen. Ob Bühnen, Feuerspucker oder Straßenkunst – überall herrschte fröhlicher Trubel. Was uns allen positiv auffiel: keine Absperrungen, keine Betonklötze, kein Graffiti und eine unglaublich saubere Stadt. Alles wirkte unbeschwert und locker. Der disziplinierte und eifrige Stadtführer schien in diesem Lichte, wie von einem anderen Stern. Leider gab es in diesem Trubel keinen Platz für 49 Durstige an einem Ort.

    Also gönnten wir uns den krönenden „Absacker“ auf der Hotelterrasse – direkt an der Oder mit einem traumhaften Blick auf die beleuchtete Altstadt. Sagen wir es so: Die Getränkekarte wurde gründlich durchgearbeitet und die Boxdorfer Delegation hat ordentlich zugeschlagen!

    Am Sonntag stand noch die berühmte Jahrhunderthalle auf dem Programm. Unser fachmännisches Urteil: baulich und statisch zwar interessant, aber für echte Genießer fehlt da der Charme. Also entschieden wir spontan: zurück auf den herrlichen Marktplatz für ein allerletztes, genüssliches Bierchen in der Sonne. Dann nochmal mit Tempo Richtung Dominsel und zur Oder-Schifffahrt. Leider keine Getränke und auch keine Erläuterungen, schade. Auffallend: an den Ufern wurde überall gegrillt und gefeiert, ein Lokal neben dem anderen, alle genossen Sonnenstrahlen und Natur, keine Verbote, keine Einschränkungen, aber auch kein liegengebliebener Müll, alles sauber und ordentlich. Nun in den klimatisierten Bus und ab Richtung Heimat.

    Pünktlich um 20 Uhr kamen wir am Alten Gasthof an – erschöpft, von der Sonne verwöhnt, überaus satt und voller fantastischer Erinnerungen. Breslau, du warst die Reise wert! Auf die nächsten zehn Fahrten!

    Hier geht es zur Bildergalerie.

    Hier alle Fahrten des Heimatvereins im Überblick:
    2014 – Ölmühle Straupitz mit Scharmützelsee
    2015 – Ferienpark Großkoschen, Eiserner Nagel, Krabatmühle
    2016 – Dornburger Schlösser
    2017 – großes Dorffest 775 Jahre Boxdorf
    2018 – Zittau und Herrnhut
    2019 – Halle mit Halloren und Schifffahrt auf der Saale
    2020 – Corona
    2021 – Corona
    2022 – Görlitz und Räucherhäusl Herrnhut
    2023 – Schloss Lichtenwalde und Talsperre Kriebstein
    2024 – Naumburg und Himmelsscheibe Nebra
    2025 – Altenburg und Mühle Gradschütz
    2026 – Breslau, Dreitagesfahrt

  • Mühlentag 2026

    Mühlentag 2026

    Überraschender Besuch zum Boxdorfer Mühlentag

    Hallo zusammen! Erinnert Ihr Euch noch an mich? Lange nichts mehr voneinander gehört! Ich bin’s DAS KOBERCHEN. Jetzt sagt nicht, Ihr wisst nicht mehr, wer ich bin. Naja, sei’s drum. Will mich nicht mit meiner „Person“ aufhalten. Wer mehr über mich wissen will, liest hier nach.

    Ich war mal wieder unterwegs im Dresdner Norden. Dachte mir, schau doch mal beim Mühlentag der Boxdorfer vorbei. Hatte in der Zeitung gelesen, dass die da allerhand vorhaben: einen alten Waschtag, unterhaltsames Programm, eine Bilderausstellung und vor allem gutes Essen! Und wie Ihr wisst, muss das Koberchen stets gut gefüttert werden.

    Strahlend blauer Himmel, schön warm, kein Lüftchen wehte, also erstmal zu den Getränkeständen. Wow! Ganz schöne Auswahl an Bowlen und anderen Getränken, vor allem alles Flüssige fein gekühlt. Und das Beste: überall freundliche, gut gelaunte Menschen mit ihren schwarzen oder grünen T-Shirts des Heimatvereins. Ich nehm also einen Caipirinha aus dem Slush-Automaten, der ist extra kühl. So gestärkt, nun mal schauen, was alles auf dem Platz geboten wird.

    Ganz vorn die Kleintierzüchter Reichenberg. Ist schon ein Aufwand, alles hier her zu transportieren. Wollte ich aber unbedingt sehen, stand ja auch in der Zeitung. Niedlich die kleinen Tierchen, vor allem die Kinder hatten da ihren Spaß. Hoffentlich wird den Tieren nicht zu heiß in der Sonne, aber es wurden schon Schirme aufgespannt.

    Nun rüber zum Ponyreiten. Hoppala, schnell wieder aufstehen, nichts anmerken lassen, war wohl doch etwas viel Caipirinha?? Na, dann kein Pony, lieber bissl Stöbern. Was hier an den Ständen alles so Nettes angeboten wird. Die Versuchung an der Hüpfburg ist groß, viele haben hier ihren Spaß. Ich geh zum Waschtag.

    Wahnsinn, was man da alles zusammengetragen hat. Sah ja wirklich aus wie früher. Also für Euch. Schön, wie so viele sich an die schwere Arbeit wagten. Heute ein Spaß, damals Alltag. All die tollen Sachen zum Waschen, die uralten Utensilien, die Zuber, die Wäsche, das Brett, sogar Kernseife war vorhanden. Wo die das immer nur herkriegen? Teilweise haben einige immer und immer wieder gewaschen, wollten gar nicht mehr aufhören. Hätte ich das gewusst, hätte man ja noch bissl Wäsche mitbringen können. Auch das Koberchen muss glänzen.

    Jetzt sollte der Magen gefüllt werden. Mannoman was für leckere Sachen. Das gibt’s sonst nicht so auf den Märkten. Alles mit verschiedenen Soßen zur Auswahl oder mit Krautsalat oder mit Schmorzwiebeln, da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Habe ich schon die netten Leute am Grill und in den Hütten erwähnt? Da schmeckt’s gleich noch besser.

    So gestärkt rauf auf die Mühle. Mal kurz auf die Strichliste am Eingang geschielt: über tausend waren heute schon oben. Auf’s Museum bin ich gespannt. Naja könnte schon ein bissl weiter sein, wird wohl noch. Aber die Aussicht und das bei dem Wetter, Wahnsinn. Da sieht man mal, welche Strecken ich immer zurücklegen muss.

    Noch ein Crepês? Muss ja. Überall Kinder, die fröhlich spielen oder auch Gipsfiguren bemalen oder beim Kerzendrehen zusehen. Auf dem Mühlenesel, in der Bastelstraße und dem Bungee-Trampolin. Boa, springen die hoch, nee da wird mir schwindlig. Dann lieber zu den alten Spielsachen. Schön, dass die Wurfbuden und Geschicklichkeitsspiele immer noch Anklang finden. Sieht man sonst ja auch nicht mehr. Ich finde es gut, dass jemand diese alten Sachen bewahrt und zeigt.

    Die Bilderausstellung des Malzirkels interessiert mich noch. „Schaun mer mal“, was die Damen so alles drauf haben. Oh ja, nicht schlecht. Hier findest Du alles: Landschaften, Stilleben, Modernes, natürlich der Leuchtturm, Blumen, fantastische Farben. Sogar an Johannes Vermeer‘s „Mädchen mit dem Perlohrenring“ wurde sich stilsicher versucht. Super! Ob ich mich auch mal malen lasse? Draußen sitzt schließlich der ehemalige letzte sächsische Porträtmaler der Polizei.

    Jetzt ein Stückl Kuchen. Fein gebacken vom Bäcker Liebscher. Der ist auch immer dabei, hat sogar seinen Backofen mitgebracht. Da nehm ich mir doch noch ein frisches Brot mit heim. Ich glaub, ich krieg schon wieder Durst. Zurück zu den „Hütten“. Was mir auffiel: alles war so toll geschmückt, überall waren Blumen in Kübeln, alten schönen Milchkannen und siehe da auch in einem Koberl, hier sagt man, glaube ich, „Hugge“, mit weichem „ck“, auch in der Mühle alles total nett hergerichtet. Die geben sich echt Mühe.

    Nun mit leckerem Wein dem Programm gelauscht. Dieser Alleinunterhalter Chris hat aber auch ein Repertoire, er hat von Anfang an bis zum Schluss gespielt, sich immer wieder neu auf’s Publikum eingestellt, für jeden war etwas dabei. Keyboard, Gitarre, Mundharmonika und Gesang, ein Allrounder. Das klingt auch ohne Wein toll. Schon ein echter Profi. Der Heimatverein kann froh sein, so jemanden in seinen Reihen zu haben. Pünktlich zum Mittag der Boxdorfer Männerchor. Traditioneller Gesang vor hungrigem Publikum. Schöne ruhige Klänge unterhalten zahlreiche Gäste. Jetzt kommt Stimmung auf. Die Blasmusikanten aus Gahlenz spielen. Schon zum siebten Mal sind sie dabei. Man sieht, dass nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker ihren Spaß haben. Tolle Sache. Jetzt noch einmal was für die Kinder. Die kommen gerade aus der Schülerbühne und haben ein Theaterprojekt zu den „Weistropperwasser Wunderwelten“ erlebt und nun schnell ins Zelt, denn da sucht der Kaspar den Goldschatz aus der Mühle. So langsam geht der Wahnsinnstag zu Ende. Eigentlich wollte ich ja in der Gegend auch andere Feste erleben, aber irgendwie bin ich hier hängengeblieben. Also höre ich mir noch das „Major Twelve Ensemble“ an. Holla, die Waldfee, das ist aber mal ein Kulturgenuss. Junge Kerle, alle aus dem Kreuzchor, singen klassische und moderne Stücke in ihrem eigenen Stil. Gut, dass ich geblieben bin, sonst hätte ich wirklich etwas verpasst.

    Ich habe aber noch Dinge gesehen, die Euch verborgen geblieben sind. Oder ist Euch aufgefallen, dass bei all dem Stress die Leute des Heimatvereins immer gut drauf waren? Habt Ihr gesehen, dass einige die ganze Zeit in der Küche zum Aufwaschen verbrachten und nicht viel vom Fest mitbekamen? Habt Ihr mal gezählt, wieviele für Euch im Einsatz waren an den Grills, in der Getränkeausgabe, um Nachschub zu holen, und, und, und? Das muss erstmal organisiert werden. Wusstet Ihr, dass alles selbst gemacht wurde? Das Fleisch schneiden und einlegen, die Soßen anrühren…? Vor allem habt mal Mitleid mit den Armen, die 15 Kg Zwiebel schälen und schneiden mussten. Alles schon am Samstag, auch der Aufbau der Hütten und der Zelte. Am Sonntag dann das Schmücken und zu Pfingstmontag ab 8 Uhr bereit sein. Und um 22 Uhr war alles wieder reine, abgebaut, verstaut. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Engagement, also wenn ich einen hätte.

    So ziehe ich nun weiter, gesättigt und beschwipst. Morgen habe ich sicher einen Kater. Nicht so schlimm, ich erscheine ja auch als solcher. Die Leute vom Heimatverein sind da mit ihrem Muskelkater schlechter dran. Ich komme jedenfalls wieder. Wenn alle so sind, wie die vom Heimatverein, braucht Ihr Euch keine Sorgen machen, dann halt ich meine schützende Hand über Euch.

    Bis bald
    Euer Koberchen

    Alle Bilder gibt es hier.

  • Busfahrt 2024

    Busfahrt 2024

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah
    Die Urlaubszeit war gerade zu Ende, da lud der Heimatverein schon wieder zu seiner traditionellen Busfahrt ein. Noch ganz in den Erinnerungen an Spanien, Italien, Kroatien, Türkei und anderen fernen Ferien-Ländern versunken, ging es an die Saale. Ein herrliches Fleckchen und nicht ganz so fern. Zum dritten Male, nach Halle und den Dornburger Schlössern, fuhren wir in diese geschichtsträchtige, landschaftlich wunderschöne Gegend. 

    Erste Station war Naumburg. Zwei Städte in einer. Rats- und Domstadt wetteiferten um die schönsten Häuser und Gassen. Diese lassen sich heute bewundern und bei herrlichem Wetter genießen. Von alten Toren, über die Gedenkstätte Friedrich Nietzsche, zu kleinen Gässchen, Ständehäusern, einladenden Plätzen ging es zum Welterbe des Naumburger Domes, unserer zweiten Station.

    Muss man schon mal gesehen haben. Unglaublich, diese Kunstwerke, allen voran die Stifterfiguren. “Uta” galt Jahrhunderte lang als die schönste Frau. Kann nicht sein, sagte sich Walt Disney und nahm Uta als Vorbild zur bösen Stiefmutter im Schneewittchen-Film. Umwerfend auch die Gestaltung beiden Lettner (Trennwände zwischen dem Raum für die Geistlichen und dem der Bürger), die Krypta mit einer Kreuzdarstellung aus dem 12. Jahrhundert, so modern gestaltet, dass sie auch ins Jetzt passen würde. Oder das uralte Altarbild, dessen verschollenes Mittelteil nun modern ergänzt wurde, ein Treppengeländer mit besonders witziger Darstellung verschiedener Berufsgruppen in ihrer jeweils eigenen Einschätzung der Frömmigkeit, gefertigt in den achtziger Jahren.

    Unser Domführer kam aus Frankreich und legte des Öfteren den Finger in die Wunde. Der Deutsche sucht das Schöne immer in der Ferne, dabei ist Deutschland ein Hochkulturland, nur China und Italien haben mehr Welterbestätten als wir. Also nicht immer so weit verreisen, auch mal die Schätze zu Hause erkennen und bestaunen.

    Auf ging’s zur dritten Station nach Nebra, dem Fundort der Himmelsscheibe aus der Bronzezeit. Das Original liegt zwar im Museum in Halle, hier aber ist eine Ausstellung am Fundort entstanden. Beeindruckend ist der Film im Stellarium zu den Erkenntnissen aus der Himmelsscheibe. Man muss den Kenntnisstand der Gesellschaften in der Bronzezeit sicherlich etwas höher einschätzen, nach diesem Fund. Daher diese weltweit einmalige Bedeutung.

    Damit aber noch nicht genug. Nach soviel Kultur gab es noch einen Absacker in der vierten Station, dem Herzoglichen Weinberg in Freyburg. Herrlich gelegen, bestes Wetter, leckerer Wein, ein schöner Ausklang eines tollen Tages. Unser Dank geht an Rositta Richter, die wieder einmal eine tolle Tour zusammengestellt hat. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.